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Zeig mir deinen Homescreen und ich sag dir wer du bist

March 5, 2017
Homescreen_Hero_image

Kennt ihr folgende Situation? Ihr seid bei einer Veranstaltung, bei der jemand etwas vorträgt und plötzlich kündigt die Person vorne auf der Bühne an, dass das Publikum jetzt mit einbezogen wird. Erschreckte Blicke huschen durch den Raum und wandern dann dezent nach unten, wo ganz intensiv der Boden gemustert wird, in der Hoffnung, sich dem eventuell ach so peinlichem Mitmachen entziehen zu können. Ich muss mich zwar auch immer kurz aus meiner Komfortzone schubsen, mache aber bei solchen Gelegenheiten meist sehr gerne mit!

Anstatt sich nur mit Informationen berieseln zu lassen, ist es oft viel toller, aktiv beteiligt zu sein. Deswegen war ich letzte Woche ganz begeistert, als ich las, dass die Agentur „Dark Horse“ im Kulturkaufhaus Dussmann ihr letztes Jahr erschienenes Buch zum Thema „Design Thinking“ vorstellt und dazu direkt eine Übung mit den Anwesenden durchführt. Das klang äußerst vielversprechend und ich wurde nicht enttäuscht!

Die „Homescreen“-Übung

Erst gab es einen Einblick in die Arbeit von Dark Horse und in das vorab erwähnte Buch mit dem Titel „Digital Innovation Playbook“ (das übrigens nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell sehr gut gestaltet ist).

DarkHorse_Playbook

Das „Digital Innovation Playbook“ von Darkhorse

Darauf folgte dann der von mir vorfreudig erwartete praktische Teil. Die Besucher wurden in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe erhielt ein Blatt mit dem Homescreen eines Smartphones. Die Aufgabe war, anhand des Screens eine Persona zu erstellen (wer mit dem Begriff Persona nicht so viel anfangen kann, guckt hier kurz nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Persona_(Mensch-Computer-Interaktion). Dazu gab es einen Vordruck mit den Feldern, in denen die Person charakterisiert und beschrieben wird. Ich war wirklich überrascht, was für Vermutungen man anhand eines Homescreens über seinen Besitzer aufstellen kann. Das Hintergrundbild, die Apps und sogar ihre Anordnung lassen enorm viele Rückschlüsse zu.

Gleichzeitig ließ sich aber auch feststellen, wie schnell man stereotype Annahmen trifft, die dann beim zweiten Hinsehen doch nicht so passend erscheinen. Uns sprang zum Beispiel allen als erstes das Hintergrundbild ins Auge, auf dem ein kleines Kind abgebildet war – „Ah, klar! Eindeutig eine junge Mutter!“. Bei näherem Studieren der App-Icons kamen dann aber schnell Zweifel auf – „He, das kann doch auch ein Vater sein, oder?“

Nachdem alle Gruppen ein mehr oder weniger ausführliches Bild von ihrem Handybesitzer oder ihrer Handybesitzerin erstellt hatten, bekamen wir jeweils ein Set mit Fotos, die Ausschnitte aus dessen bzw. deren Leben zeigten. Einige vorher logisch erscheinende Überzeugungen wurden dadurch noch einmal grundlegend in Frage gestellt, aber Stück für Stück wurde die Persona immer deutlicher und lebendiger.

DarkHorse_Uebung_Smartphone

Übungsmaterial zur „Homescreen-Persona“

Eine finale Auflösung zu der Person gab es am Ende der Übung nicht, ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“. Die Screens und Fotos stammten alle von realen Menschen und auf Nachfragen wurden den jeweiligen Gruppen das Geschlecht, eine grobe Altersangabe und der Familienstand ihrer Persona enthüllt.

Fazit

Es ist faszinierend, was man anhand des Smartphone-Homescreens über eine Person erfahren kann. Für diesen Post wollte ich als Einstiegsfoto eigentlich ein Bild von meinem Homescreen zeigen, aber der ist mir tatsächlich zu persönlich. Das war mir vorher noch nie so aufgefallen.

Außerdem fand ich es beeindruckend, was für unterschiedliche Erkenntnisse es in unserer Gruppe gab und dass es gar nicht so einfach ist, einen Konsens zu finden. Ich muss gestehen, dass ich ein ziemlicher Besserwisser bin und insofern war die Übung in der Gruppe eine echte Herausforderung für mich. Das gemeinsame Spurenlesen, Überlegen und Diskutieren hat auf jeden Fall ungeheuer Spaß gemacht! Ein großes Dankeschön dafür an Dark Horse.

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